#folge51 #VendorenWieWir

Buddy Müller ringt mit dem Endgegner eines jeden Verkäufers: Ein vollautomatisiertes Lieferantenportal stellt die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine auf eine harte Probe.

Cartoon vergleicht früher mit heute: Strahlender Verkäufer vor Marktstand versus wütend-verzweifelten Buddy Müller vor MacBook.

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Es sind nur Sekunden, drei bis vielleicht fünf, doch sie sind unbestritten der Höhepunkt zwischenmenschlicher Beziehungen. Ganz besonderer Beziehungen sogar: Der Handschlag unter Geschäftspartnerinnen und -partnern macht einen mündlichen Vertrag rechtlich bindend. Die Minutenbruchteile zur Vertragsbesiegelung gelten sogar weltweit und vermitteln, nicht selten beidseitig und meist im Moment der Ausführung, wahre Glücksgefühle.

„Wie bei allem Zwischenmenschlichen“, sinnierte ich vor mich hin, „ist auch hier der Blick- von einem Hautkontakt begleitet.“

„Hautkontakt? Igitt!“, meldete sich Brad MacCloud vom Clan der MacClouds, mein treues MacBook Pro, das zu hören nur mir vergönnt war – und das virtuelle Nähe der physischen offensichtlich vorzog.

„Ihr sauerstoffwechselnden Lebensformen könntet aus der Digitalisierung viel mehr Vorteile ziehen“, sagte Brad. „Wenn ihr etwa den Handschlag durch einen digitalen Haken in der AGB-Checkbox ersetzt, werden Milliarden hochansteckender Bakterien nicht ausgetauscht.“

Ich würde nur allzu gern viele Hände unserer Kunden schütteln, sagte ich, und mich ungeahnten Risiken aussetzen – sogar einem Vertragsabschluss –, doch die Hände und die daran hängenden Kunden wurden in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise immer weniger.

Im Grunde war es mir gleich, ob deutlicher Handschlag oder digitaler Haken, Hauptsache die Kunden waren gebunden.

„Das Digitale muss jedenfalls funktionieren“, fügte ich an, „und nicht uns Menschen zusammenbrechen lassen.“

Grüße aus Vendor

Weniger um Kollabieren, vielmehr um Kollaboration ging es bei den sogenannten Lieferantenportalen. Diese gab es schon länger, lange bevor in jedem Fitzelchen Software Künstliche Intelligenz stecken musste, ungefähr, seit die Technologien des E-Commerce die Zusammenarbeit zwischen Einkäufern und Dienstleistern zentralisieren, simplifizieren, kurz: revolutionieren sollten.

Das war nach dem letzten Jahrtausendwechsel.

Begrifflich war die Revolution also längst vollzogen.

Einkäufer hießen nun Purchaser, ein an Zischlauten reiches Wort, an dem nahezu jedes deutsche Idiom erstmal seine Fertigkeiten beweisen musste. Lieferanten nannten sich stolz Vendoren, als wären sie eine edle Handelssippe, beheimatet vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie in der Star-Wars-Multilogie.

Vendor war aber nicht gleich Vendor, manche waren gleicher, bevorzugt eben: „preferred Vendors“.

Ein Status, der in den Portalen weithin sichtbar war, eine scheinbare Auszeichnung, die auf dem leichtfertigen Glauben der Lieferanten beruhte, dass sie bevorzugt würden, wenn sie sich auf langfristige Rahmenvereinbarungen einließen.

Doch der einzige Vorzug für Vendoren, ein einseitiger, ausschließlich zum Vorteil der Purchaser, bestand darin, bei Verhandlungen mehr zu rabattieren als üblich, dafür aber den Auftrag lange sicher zu haben.

Hoffentlich.

Das also waren „preferred Vendors“.

So einer wie wir.

Servus zum Status

Die hervorgehobene Stellung hatten wir uns bei vielen unserer Kunden erhandelt, unter anderem auch beim weltweit führendsten Hersteller von Bananenschälmaschinen Deutschlands, Auftrag für Auftrag, Nachlass für Nachlass, fest und für immer hinterlegt in seinem Lieferantenportal.

Unlängst meldete sich das Portal per digitaler Post bei mir, mit einer letzten Warnung, obwohl es die erste Mail war, die ich zu diesem Sachverhalt bekam. Ich möge mich bitte innerhalb der kommenden drei Tage wieder ins Portal einloggen, was ich wohl schon seit längerer Zeit nicht getan hatte. Drei Monate oder drei Jahre, wer weiß das schon so genau?

Anderenfalls würde unser Status des „preferred Vendors“ gelöscht und müsse neu beantragt werden. Ein Antragsverfahren, dass drei Monate oder drei Jahre dauern konnte, wer weiß das schon so genau?

„Brad, ich habe einen Job für Dich“, sagte ich. „Dauert nur drei Sekunden.“

Doch Brad MacCloud bedauerte, sichtlich betrübt.

„Portal-Serverinnen sind für mich so unerreichbar wie ferne Galaxien für Vendoren wie Dich“, erklärte er mir.

Selbst bei vollem Einsatz aller betörenden Bits und Bytes habe er keine Chance. Die Serverinnen stünden auf etwas Sicheres, nicht auf gelegentliche Gefälligkeiten, nicht mal auf seine.

Monotones Mail-Stakkato

Dafür aber zeigten mir die Serverinnen – und die Portalsoftware – alle Facetten ihrer Multifunktionsfähigkeit.

Auf meine erfolglosen Versuche, mir Zugang zu verschaffen, reagierte das Portal umgehend, nämlich mit Kommunikation.

Nahezu stündlich hatte ich Mails im Posteingang, in stetem Wechsel, manchmal fast gleichzeitig: Dringliche Hinweise auf das drohende Erlöschen des Vendor-Status, dann auf ein neu ausgeschriebenes Kampagnenbudget und schließlich noch auf fehlende Bescheinigungen, nämlich auf ein Qualifizierungszertifikat zu unserer Nachhaltigkeit und eine Antikorruptionserklärung.

Wir Männer sind nicht multifunktionsfähig. Leider.

Selbst ich nicht, Buddy Müller, Senior Project Supervisor bei der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands.

Also musste ich priorisieren.

Qwertz, mein Lieblings-Teamlead, und Lila Stiefelchen, die so blonde wie blitzgescheite Praktikantin aus der Controlling-Abteilung, bekamen den Auftrag, das Kampagnenbudget zu schätzen, bei nicht vorhandenen Informationen, was diese Ausschreibung in keiner Weise von fast allen anderen unterschied.

Das zentrale Ziel war, ein unschlagbares Angebot zu erstellen, mit dem wir uns unseres Titels „preferred Vendor“ mehr als würdig erwiesen.

Brad MacCloud erklärte sich bereit, den beiden dabei zu helfen. Er wollte seine permanent nicht ausgelastete zentrale Recheneinheit gerne in den Dienst von etwas Sinnvollem stellen, wenn er schon bei den Portal-Serverinnen nicht zum Zug kam.

Was ich dankend annahm, und um die Bitte ergänzte, er möge doch das Qualifizierungszertifikat zu unserer Nachhaltigkeit in unseren Datenbanken aufspüren und gegebenenfalls „aktualisieren“.

Wir waren so nachhaltig, dass ich mir sicher war, dass wir das Ablaufdatum des Zertifikats nicht nachgehalten hatten.

Ich selbst würde mich um die Antikorruptionserklärung kümmern. Mit Bestechung kenne ich mich aus, so was gibt es bei uns nicht, wirklich nicht, also fast wirklich nicht.

Keine Haarfarbe, kein Zugang

Aber first things first: Ich musste zuerst ins Portal gelangen.

Es dauerte eine gefühlt endlose, tagelange Wartezeit, begleitet von stündlichen zum Reagieren mahnende Mails, bis meine Login-Versuche schließlich mit Erfolg gekrönt waren – um dann im Portal nicht mich, sondern eine Kollegin als Hauptansprechpartnerin unserer Agentur zu entdecken, mit Geburtsdatum, E-Mail und Telefonnummer sowie ihrer aktuellen Haarfarbe als Sicherheitsabfrage.

Nur: Die Kollegin hatte schon vor geraumer Zeit den Job gewechselt (was noch häufiger vorkam als bei ihrer Haarfarbe). Aber sie erhielt offensichtlich noch alle Nachrichten, Erinnerungen und Ausschreibungen an ihre alte – tote – E-Mail-Adresse.

Mich nun zum Hauptansprechpartner zu machen war sicherlich nur ein weiteres Geduldspiel – stellte sich aber, da ich die einstige Haarfarbe der Kollegin nicht wusste, als ein letztendlich unlösbares Problem heraus.

Nur eine höhere Macht konnte hier helfen.

Der IT-Support.

Kernel, Cookies und ein Könner

Ich tippte die im Portal des weltweit größten Herstellers von Bananenschälmaschinen Deutschlands angegebene Telefonnummer ins Handy.

Ich landete: zunächst in der Warteschleife.

Das Lieferantenportal verschaffte mir damit die stundenlange Möglichkeit, unsere eigene Compilation an Warteschleifenmusik zu ergänzen.

Ich war schließlich in der Lage, Belafontes „Banana Boat Song“ Strophe für Strophe mitzusingen, die „Banana Republic“ der Boomtown Rats zu beklagen, die Stelle „Electrical Banana“ in Donovans „Mellow Yellow“ zu meistern und bühnenreif „Come to Sin“ zu trällern – von den Bananafishbones.

Zum Sündigen kam es nicht, leider, aber bald zu einem Monolog eines freundlichen Manns vom IT-Support, der mir, als ich durchgestellt wurde, voll Freude darüber, endlich wieder mit einem Menschen sprechen zu können, sämtliche technischen Hintergründe meines Problems erklärte.

Ich wäre schon zufrieden gewesen, hätte er nur meine Daten eingetragen.

Stattdessen hörte ich viel über Kernels und Cookies, über Betriebssystem-Philosophien und Browser-Restriktionen, über CPU, RAM, SSD, FAT usw. usf., sowie darüber, dass ein ordentliches Funktionieren des Lieferantenportals auf meinem Mac ein großer Wunsch sei, ein nicht einfach zu erfüllender.

Denn, wie eigentlich jeder wisse, so der IT-Support-Mitarbeiter, müsse man, damit Software aus der Windows-Welt einwandfrei auf den Geräten der Apple-Welt laufe, Umgebungen und Protokolle und Schnittstellen und, und, und anpassen, maßschneidern, emulieren, besser: simulieren.

Ich verstand nur Banane.

Ich merkte mir das alles nicht. Aber mein Mac merkte auf.

„Ich habe mit den Schnittstellen von Windows-Serverinnen keine Probleme“, sagte Brad MacCloud. „Die müssen bei mir auch nichts simulieren.“

Ich ersparte mir einen Kommentar und freute mich über das „War doch ganz einfach“, mit dem der IT-Supporter das Eingeben meiner Daten in die vorgesehenen Felder begleitete. Als Antwort auf die Sicherheitsfrage empfahl er mir eine 24stellige Kombination aus Zahlen, Satzzeichen und dem kyrillischem Alphabet.

Ich bedankte mich aufrichtig erleichtert und empfahl ihm im Gegenzug, falls er sich einmal mehr in die Seele seiner IT eindenken wolle, die Technikseiten eines von mir sehr geschätzten Blogs zu lesen.

„Lesen?“ fragte mich der Supporter.

Ich legte auf.

Wie gewonnen, so genommen

Jetzt ging es Ratzfatz.

Wir hatten auch keine Zeit mehr zu verlieren; das Lieferantenportal ließ uns keine Zeit mehr zum Luftholen.

Briefing downloaden, mit Annahmen und Kostenschätzung vergleichen, Abweichungen ignorieren, alles zusammen mit den Zertifikaten in ein PDF packen, hochladen – gefühlt ein einziger Arbeitsschritt.

„Kaum sind zwei Monate vergangen“, kommentierte Brad, „dann geht es auch schon ganz schnell.“

Tja, sagte ich, man müsse nur lange genug zielen, dann lande man einen Volltreffer.

Das Portal schickte uns umgehend die AGB – schnell, Haken dran! – dann die Aufforderung zum Abschlag, dann noch eine, und dann: der Zuschlag.

„Preferred Vendor“ eben. Hat schon was.

Was ich jedoch in meinem wochenlangen Ringen mit dem Lieferantenportal und im anschließenden Freudentaumel über den neuen Auftrag nicht mitbekommen hatte, obwohl es in allen Bananenbranchenfachmedien gestanden hatte, war der Wechsel einer hochrangigen Führungskraft vom Konkurrenten zu unserem Kunden, dem weltweit führendsten Hersteller von Bananenschälmaschinen Deutschlands.

Eigentlich ein guter Move. Für den neuen Vice President Marketing and Sales.

Allerdings, wie es sich für neue Besen gehörte, fegte er unverzüglich unseren Auftrag, unseren Rahmenvertrag und überhaupt den gesamten Agenturzoo beiseite.

Schließlich brachte er ja seinen eigenen mit. Worauf sich wohl seine Aussage zum Antritt bezogen hatte, man müsse mehr Agenturvielfalt leben.

„Agenturschicksal“, sagte Brad MacCloud und versuchte gar nicht erst mich zu trösten. „Da kannst Du auch einen Haken dranmachen.“

Mich packte die Sehnsucht.

Nach den guten alten Zeiten. Dem guten alten Handschlag. Und nach Kunden, für die er noch etwas wert war.


Das Wort „Lieferant“ hat französische Wurzeln, nämlich „livrer“ für „liefern, übergeben, ausliefern“.

Dieses wiederum geht wohl zurück auf das Lateinische „liberare“ für „befreien, loslassen“. Schließlich soll der Kunde von seinem Budget befreit werden. Während der Verkäufer alle Hoffnung auf Verantwortung, Werte oder gar Rendite fahren lässt.


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Veröffentlicht von Buddy Müller

Senior Project Supervisor bei der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands.

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6 Comments

  1. Als Kaufmann mit HGB-Erfahrung weiß ich, dass ein Vertrag eine übereinstimmende Willenserklärung ist. Und wie Du schon angeführt hast: früher war ein Handschlag bindend, heute sollte man ein ganzes Rudel von berufsmäßigen Zeugen haben, die bestätigen können, dass der Vertragspartner mündlich und per Handschlag zugestimmt hat.

    Business ist ein Haifischbecken und ohne Unterschrift auf einem Vertrag, der auf mindestens 300 Seiten textlich festhält, dass der auf Kleinanzeigen gebraucht verkaufte Goldfisch auch garantiert stubenrein ist, andere Fische im Aquarium nicht mobbt oder sexuell belästigt, kann sich der Verkäufer plötzlich an nichts mehr erinnern, wenn der nach einem autoerogenem Unfall mit dem Bauch nach oben im Aquarium treibende „Nemo“ sich vor Ablauf der Gewährleistung in den Zierfisch-Himmel verabschiedet hat und er (der Verkäufer) sich weigert eine Ersatzlieferung (oder Reparatur) am viel zu früh verschiedenen Goldi zu erwägen. Das wirft die Frage auf: Sind auch Goldfische von geplanter Obsoleszenz betroffen? Doch ich schweife ab..

    In der heutigen schnelllebigen Arbeitswelt, ist der am häufigsten zelebrierte Handschlag (der in vielen Firmen, Agenturen und sonstigen Humankapital verschleissenden Stätten) der gern durchgeführte, und allseits bekannte „goldene Handschlag“. Ein Endgültiger noch dazu.

    Er ist das Gegenteil einer Verbindung – quasi die Trennungsübereinkunft mittels einer einmaligen monetären Konto-Auffrischung, deren Höhe je nach Position, Beliebtheit, Alter und dokumentierten Verfehlungen anhand der Personalakte variiert – wobei dem Empfänger des Handschlags gerne aufmunternde Abschiedsworte zugerufen werden wie: „sehen sie es als neue Herausforderung“, aber gerne auch: „wenn Sie bei drei nicht das Büro verlassen haben, rufe ich die Polizei!“ oder ähnliche scherzhafte Bonmots..

    Glücklicherweise ist man irgendwann zu alt für derlei Jobhopping der anderen Art und man wacht morgens relaxt in seinem Bett auf, neben dem seit Monaten kein Wecker mehr klingelt, schwingt langsam die mit Krampfadern übersäten Beine aus demselben, pfriemelt die herrlich bequemen Kompressionsstrümpfe an, die man sich während Dekaden von Jahren Klinkenputzens redlich verdient hat – schlurft in Opa-Schlappen in die Bar-Abteilung, zieht sich einen Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten, der fast so viel gekostet hat wie die in Agenturen anscheinend zwingend vorhanden sein müssenden sündhaft teuren Siebträgermaschinen – und lächelt mit dieser Gewissheit, dass ihn die ganze menschenverachtende Arbeitswelt mal ganz gepflegt am Ars…. lecken kann..

    Bleib gesund mein Alter!

    P.S. Danke für deine Erwähnung und Verlinkung. Ich machs wieder gut, wenn Du demnächst mal bei mir vorbeikommst.. 😉

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    1. Lieber Dr. Nerd,
      und wieder lieferst Du mir Inspiration: Statt Handschlag der goldene Handschlag, der sich in den meisten Fällen als goldener Handkantenschlag entpuppt, final, nicht unbedingt lethal, aber lähmend, weil sich bei dem, der davon getroffen wurde, meist erstmal nichts tut, auch nichts auftut, außer den großen, ratlosen Augen der Beraterin bei der Bundesagentur für Arbeit. Aber schweife ab; ich stecke schneller mitten in der Stoffsammlung, als mir lieb ist.
      Auch die „Abschluss-Amnesie“, die Erinnerungslücken nach Abschluss eines Vertrags, ist eine eigene Episode wert … Mal sehen, was wir zu begießen haben, wenn wir uns mal sehen.
      Herzliche Grüße
      Dein Buddy
      PS: Du hast wahrscheinlich schon den anderen Kommentator entdeckt, Ron Vollandt, https://www.ron-vollandt.de/, der sich der heilsamen Wirkung des rechtzeitigen Lachens verschrieben hat … Guter Ansatz! Und ein weiteres Beispiel, dass man das Bloggen nicht an den Nagel hängen soll.

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      1. Nicht lethale Handkantenschläge: da denk ich an Emma Peel! Welches Kind der 60er kennt „Karate-Emma“ nicht? Obwohl ich die häufig trainiert habe – die Wirkung wie in der englischen Serie wollte sich nicht einstellen – das lag vielleicht daran, dass Steiff- Teddybären schon von Haus aus lethal – und wie der Name schon sagt: steif (nur mit einem „f“) sind.

        Vielleicht lag es aber auch an der mangelnden Farbe – in Schwarzweiss verlieren sich häufig wichtige Details.

        Obwohl.. trotz Farbe und mannigfach konsumierten YouTube Selbstverteidigungsvideos, will mir der Spocksche Griff nicht gelingen. Kennt auch jeder – Du zwickst einmal oben an die Schulter und der Gegner (oder die nervende Lebensabschnittsgefährtin) fällt ins Land der Träume. Ich glaube in Sachen Selbstverteidigung muss ich echt mal in deine Schule.

        Themenwechsel: Habs mitgekriegt! Echt krass – der berühmte Ron will echt mal vorbeischauen? Boah ey Gäste! Ja leck mich fett! Dann muss ich echt erst mal die Schmuddelwäsche unters Bett pfeffern. Bei dem Wetter schwitzte ja gefühlt 10 T-Shirts am Tag durch – ich sag dir.. 🙂

        Bei den Körperschweiss-Absorbierern musste alle 2 Stunden ein wirksames Deo drauf pfeffern, sonst kriegen die Lappen ein bakteriologische Eigenleben.. Und jau, ich habe beim Ron auch schon mal kurz die Ruhrpott-Nase reingesteckt – also so Schnuppermäßig – verstehste, nee?

        Aber ich will nicht spoilern – bin mitten drin im Monatsrückblick für den Monat Mai – wird mal wieder „reizend“.. 😉

        Bis denne!

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  2. Die Haarfarbe als Sicherheitsabfrage – darin steckt die ganze Tragikomik der digitalisierten Geschäftswelt in einem einzigen Detail. Was mich an dieser Folge so trifft: dieselbe Beobachtung lässt sich inzwischen überall machen. Was früher ein Handschlag war, ist heute ein Klick. Was früher ein „der will einen Kaffee“ war, ist ein Häkchen in einem Drop-down-Menü. Wir nennen es Effizienz, aber eigentlich schleifen wir die Reibungspunkte ab, an denen sich Beziehungen festhalten konnten. „Preferred Vendor“ ist semantisch übrigens ein Meisterstück – man fühlt sich bevorzugt, bekommt aber den schlechteren Preis. Sprache als Lieferantenportal. Dasselbe Phänomen der verlorenen Einfachheit hatte ich vor einer Weile am Kaffeetresen, wo aus der Bestellung eines Kaffees inzwischen eine kleine Promotion geworden ist – nachzulesen in der Großen Kaffeeverwirrung. Bleibt nur die Frage, wem wir das alles eigentlich zu verdanken haben: Brad MacCloud oder uns selbst.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Ron,
      willkommen bei meiner Agentursatire. Du hast nicht nur Gespür für Bits und Bytes, sondern auch für Satzbau und flottes Schreiben. Ja, wir (Brad MacCloud und ich) waren auf Deinem Blog, und Du hast nun einen Newsletter-Abonnenten mehr (mich; Brad liest die Newsletter schon, wenn sie noch auf der Serverin liegen). Brad übrigens weist jede Verantwortung von sich: Er schütze seine Besitzer eher vor ihrer IT-Leichtgläubigkeit, als dass er sie ihnen ausliefere … aber das ist eine andere Geschichte, die sich durch die mittlerweile 51 Episoden zieht. Haken dran.
      Darf ich Dir noch Nerd-O-Mania ans Herz legen. Dr. Nerd, wie Du ebenfalls in der IT-Welt sozialisiert, zerlegt mit rauem Ruhrpott-Charm Neues aus der Informationstechnik ebenso wie politische und soziale Strömungen. Ein Blogger-Freund, wie er im Buche steht. Oder im Blog? Hier der Link: https://www.nerd-o-mania.de/wordpress/
      Viele Grüße und auf bald
      Buddy Müller

      Gefällt 1 Person

      1. Hallo Buddy,

        dass du nicht nur kurz reingeschaut hast, sondern den Newsletter direkt abonniert hast, freut mich sehr – und Brad, der vermutlich schon längst die nächsten drei Ausgaben gelesen hat, bevor sie überhaupt versendet wurden, ein herzlicher Datenstrom-Gruß zurück. Wer als Cloud-Entität gleich in der Serverstube vorbeischaut, dem muss man wohl die Gastfreundschaft nicht erst lange erklären.

        Deine 51 Episoden Agentursatire stehen jetzt auf meiner Leseliste – das ist schon ein beachtliches Werk und beweist, dass die Niederungen des Vendor-Managements ein ergiebigeres Feld sind, als sie vorgeben zu sein. Und dass Brad sich als Beschützer der Leichtgläubigen sieht, ist eine charmante Wendung, die ich beim Lesen so noch nicht auf dem Schirm hatte. Vielleicht ist er ja der eigentliche Held der Geschichte – nur ohne Cape, dafür mit AWS-Konsole.

        Den Tipp zu Nerd-O-Mania nehme ich gerne mit. Ruhrpott-Charme und IT-Soziologisches ist eine Kombination, vor der ich Respekt habe – das wirkt auf den ersten Blick wie zwei Welten, die nicht zusammenpassen, und wird genau deshalb meistens überraschend gut. Ich schaue auf jeden Fall vorbei.

        Auf weiteren Austausch – ob diesseits oder jenseits der Serverin

        Ron

        Gefällt 2 Personen

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