#folge45 #KIgration

Das rasante Vordringen von Künstlicher Intelligenz in Bereiche des ganz normalen Arbeitsalltags treibt Unternehmen wie Mitarbeitende unerbittlich vor sich her. Jeder versucht, auf den Wandel eine passende Antwort zu finden. Dabei kann es nur eine einzige geben.

Tuschezeichnung: Buddy Müller sitzt am Schreibtisch und tippt auf Brad MacCloud, seinem Notebook.
BU: Diese Zeichnung enthält keine Spuren von Künstlicher Intelligenz.

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Morgenrituale geben mir Halt in meinem Arbeitsleben. Müsli herrichten, Mails checken, mit einem Lungo Mercenario die Blutdrucktabletten hinunterspülen. Und, seitdem Künstliche Intelligenz immer mehr uns Agenturmenschen die Aufgaben abspenstig macht: mich freuen, dass ich meinen Job in der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands noch habe.

„Du brauchst Dich nicht wirklich zu sorgen“, versuchte Brad MacCloud vom Clan der MacClouds mich stets zu beruhigen.

Mein weitsichtiges MacBook Pro, das nur ich hören konnte, hatte schon immer ein angespanntes Verhältnis zu KI-Tools. Zu Hunderten, zu Tausenden gar, würden sie ihn und die Serverinnen weltweit belagern, um ein bisschen Wissen abzustauben, das sie dann anderenorts zu belanglosen Texten und überzeichneten Bildern für minderbegabte, sauerstoffwechselnde, humane Lebewesen zusammenschusterten.

Doch, doch, ich sorgte mich. Was heißt schon ‚nicht wirklich‘?

Denn die Migration von Künstlicher Intelligenz in bisher unberührbare Bereiche von Unternehmen, allen voran in Jobs, mit denen wir Agenturmenschen Lohn und Brot verdienten, diese Ein- bzw. Unterwanderung war nicht mehr aufzuhalten und nur schwer zu regulieren.

„Wenigstens“, pflegte ich Brad zu entgegnen, „wenigstens möchte ich der Letzte sein, der hier das Licht ausschaltet.“

Umschulen, um zu überleben

Wahrscheinlich war es der schiere Selbsterhaltungstrieb, aus dem heraus Qwertz, mein Lieblings-Teamlead, mir einen neuen Weg für seine berufliche Weiterentwicklung vorschlug.

Er mailte mir, dass er von einer genialen Idee gelesen habe, die ihn zu einem kompletten Wandel seiner früheren Einstellung bewege: Er wolle sich zur Künstlichen Intelligenz umschulen lassen.

Vater Staat übernähme die Ausbildungskosten; zudem erfülle er, Qwertz, damit für unsere Agentur den EU AI Act und die Verpflichtung zur KI-Weiterbildung.

Vor allem aber, so führte Qwertz an, verspreche dieser Schritt eine immense Effizienzsteigerung, die immenseste jemals in der an Effizienzsteigerungen reichen Geschichte unserer Agentur, denn nach der Umschulung zur KI könne er sofort mindestens zwei Handvoll Kolleginnen und Kollegen quer durch alle Bereiche ersetzen.

„Wahrscheinlich merken die Kunden gar nicht, wenn er das macht“, sagte Brad MacCloud. „Banale Beiträge, beliebige Bilder, passt ins Budget. Alles wie immer.“

Qwertz aber schien es damit ernst zu sein.

Mein Lieblings-Teamlead berief sich auf den Beitrag eines traditionsreichen Medienhauses, so traditionsreich, dass es seinen Namen aus jener Zeit zu haben schien, in der noch Kutschen zwischen den Schreibenden und den Lesenden hin und her holperten.

Außerdem habe ihm Perplexity Idee und Quelle vorgeschlagen – wie, bitte schön, könne eine KI sich irren, die mittlerweile Google aussehen lasse, als würde die tradierte Suchmaschine in Keilschrift-Bibliotheken recherchieren?

Ich schwankte zwischen dem unstillbaren Verlangen, Qwertz sofort zu desillusionieren, und meiner Gutmütigkeit, ihm erstmal seinen Glauben zu lassen.

Bis zur Unterlippe

Unbestritten, Künstliche Intelligenz bewirkt viel Gutes, nicht erst seit kurzem: Immer dann, wenn ermüdende, fehleranfällige, sich ständig wiederholende Aufgaben dem Fortschritt der Menschheit im Wege stehen, kann die digitale Hilfe diese Hindernisse beseitigen. Viele Entwicklungen in Medizin und Pharma, in Luft- und Raumfahrt, in Elektronik und Maschinenbau wären ohne das, was wir heute KI nennen, nicht möglich gewesen.

„Damals hieß sie noch ‚selbstlernende Software‘“, meldete sich Brad MacCloud. „Sie bettelte mich nicht an und versuchte nicht, Know-how zu nutzen, das ihr nicht zusteht.“

Außerdem habe sie nicht weltweit rund 300 Millionen Vollarbeitszeitplätze gefährdet, zitierte ich aus einer Studie, deren nachdenklich stimmendes Numbercrunching bis heute nicht widerlegt war.

Natürlich war die Menschheit seit gut 200 Jahren, seit Beginn der Industrialisierung, daran gewohnt, dass jede Technologieentwicklung Märkte umbaute und Arbeitswelten reformierte.

„Schöngeredet dafür, Menschen arbeitslos zu machen“, sagte Brad.

Das seien die ewigen, gnadenlosen Gesetze der Betriebs- und Marktwirtschaft, hielt ich dagegen. Die bislang uns Wissensarbeiter verschont hatten.

Bislang.

Wissensarbeiter, die besser Ausgebildeten und daher immer ein paar Sprossen auf der Karriereleiter höherstehenden: Sie wähnten sich sicher.

Doch KI ließ den Pegel steigen, und nun stand auch jenen das Wasser bis zum Hals.

Bis zur Unterlippe.

„Ich will mit Dir jetzt nicht diskutieren“, sagte Brad, „ob ihr wirklich mit so viel Wissen arbeitet.“

Ich überhörte ihn geflissentlich. Sicher sei, fuhr ich fort, dass die digitale Billigintelligentia bis zu 70 % aller Jobs in Marketing, Kommunikation und Design in Gefahr brächte.

„Wir können mit dem Schlürfen beginnen“, sagte ich. „Wir sind am Absaufen.“

Nur Lächeln, keine Leistung

Wenn ich mich in der Branche so umschaute, dann schienen viele zu glauben, dass bei ihnen der Kopf hoch genug sitze und dass sie von einer drohenden Gefahr nichts zu wissen brauchten. Etwa in KI-Usergruppen stieß ich auf zahllose Nerds, selbst- und technologieverliebt und schier trunken von den scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz – allesamt gleichzeitig völlig unbeleckt von den Grundregeln deutscher Rechtschrift und Kommasetzung.

„Man kann nicht alles beherrschen“, sagte Brad. „Der Duden ist doch völlig überbewertet.“

„So überbewertet wie Qualität“, schoss ich zurück. Nur weil etwas technisch machbar sei, sei es noch lange nicht gut gemacht.

Bestes Beispiel war eine aktuelle Zahnpastawerbung: Ein Pastenproduzent rühmte sich, dass alle in ihrem Spot zum 100jährigen Bestehen gezeigten Menschen nicht nur ein strahlendes Lächeln einte, sondern auch, dass sie nie gelebt hätten – wofür ihn die Fachpresse feierte.

Künstliche Intelligenz erweckte die Karies-Killer-Komparsen zum Leben und ließ sie in artifizieller Ausleuchtung künstlich durch ein Jahrhundert lächeln, mit gerne zur Schau gestellten Gebissen, die selbst gegenwärtig kein noch so talentierter Zahnchirurg zustande brächte, weil dieser Profession damals wie heute die nötige Präzision fehlte.

„Ist das kreativ?“, fragte ich Brad. „Ist das Leistung?“ Der inszenierte Pasten-Pathos drifte ab in eine Banalität berechneter Bilder. Alles schön, alles steril, alles ein KI-geklontes Möchtegernkunstwerk.

„Und dann schmeckt die Zahnpasta auch noch, als hätte man Bausand mit Pfefferminzöl vermischt“, sagte ich.

Fatales Grundmuster

„Ihr Menschen seid einfach nur zu faul zum Denken“, sagte Brad nach einer Pause.

Ich blickte meinen kritischen Computer kühl an.

„Eure Faulheit war immer die Triebfeder eurer Entwicklungen.“, erklärte er. „Nimm das Rad – ihr wart zu faul zum Laufen.“

Bei der Eisenbahn, so Brad weiter, waren wir zu faul zum Radfahren. Beim Auto – zu faul, den Zug zu nehmen.

„Vielleicht hatte er Verspätung?“, wandte ich ein.

Brad ließ sich nicht beirren.

„Beim Computer – zu faul zum Rechnen. Beim Internet – zu faul zum Einkaufen“, sagte er. „Nicht nur, dass ihr euch Wohlstandstextilien, Weltreisen und Wocheneinkäufe nach Hause holt, sondern auch alles, na ja, fast alles Wissen dieser Welt.“

Zumindest das, was wir dafür hielten. Denn mit Einordnung und Evidenz hapere es noch gewaltig, sonst könne er sich die Legionen an Querdenkern, Populisten und politisch Extremen nicht erklären.

Doch es sei stets das gleiche Grundmuster, das nun der Künstlichen Intelligenz Tür und Tor öffne.

„Ihr seid zu faul zum Denken“, sagte Brad.

Verstand und Verantwortung

Starker Tobak. Auf den ich erstmal einen starken Kaffee brauchte.

Während ich den Schwaden meines zweiten – oder war es der dritte, der vierte? – Lungo Mercenario hinterher sinnierte, dämmerte mir, worauf es ankam.

Gerade in meinem Business. Aber nicht nur da.

Wir brauchten Menschen, echte Menschen, mit Einfällen und Gefühlen, mit Mut und Zweifeln, mit einer kritischen Distanz zur Künstlichen Intelligenz. Menschen waren so wichtig wie …

„… Faktenchecker auf Social-Media-Plattformen“, ergänzte Brad.

Nun, ja, von Menschen, nicht von Algorithmen hängen Respekt, Authentizität, echte Meinungsfreiheit und wahre Kreativität ab.

Ich setzte eine Mail auf, bat Qwertz um Verständnis, dass ich die Umschulung nicht bewilligen könne, empfahl, die Seriosität des Angebots gründlich zu prüfen, und legte ihm vor allem nahe, dass er sich doch stattdessen um den verantwortungsbewussten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Agentur kümmern könne.

„Wir brauchen mehr gesunden Menschenverstand“, schrieb ich ihm.

„Guter Ansatz“, sagte Brad. „Und für alles andere hast Du ja mich.“


Brad MacCloud würde nur allzu gerne den Schnorrer Chat GPT und Seinesgleichen entlarven und in die Schranken weisen.

In einem aufschlussreichen Kreuzverhör, geführt mit gesundem, sehr scharfem Menschenverstand, hat dies der österreichische Satiriker Thomas Speck getan – im „Interview mit einer KI“, der achten Folge seines höhrenswerten „Schalltrichters“.


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Veröffentlicht von Buddy Müller

Senior Project Supervisor bei der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands.

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7 Comments

  1. Lieber Buddy,

    ich habe selten so stilvoll bis zur Unterlippe im digitalen Wasserglas gestanden wie bei diesem Text. Du servierst die Apokalypse des Agenturalltags mit der Grandezza eines Baristas, der weiß: Der letzte Espresso vor der Automatisierung muss doppelt so stark sein und mindestens genauso ironisch.

    Dein Brad MacCloud – halb Highlander, halb hardwaregewordenes Gewissen – ist das Sprachrohr, das wir alle bräuchten, wenn wieder ein Kollege „Proaktivität“ sagt, obwohl er eigentlich „Ich hab’s in ChatGPT getippt“ meint. Und Qwertz‘ Umschulung zur KI? Endlich mal jemand, der die Digitalisierung ernst nimmt. Mit Fördermitteln, versteht sich.

    Was ich besonders bewundere: Wie du den Zahn der Zeit nicht nur zeigst, sondern ihn auch gleich mit dieser seelenlosen Jubiläumszahnpasta polierst – so glänzend glatt, dass einem ganz schlecht wird.

    Danke für diese Melange aus Medienkritik, Maschinenkummer und MacBook-Melancholie.

    Mit digitalem Gruß und analogem Lächeln und stolzgeschwellter Brust, da du mich als österreichischen Satiriker (noch dazu mit scharfem Menschenverstand!) erwähnst.Hab danke dafür!Alles Liebe, Bester aller Agenturmenschen und Satirekollege!Thomas

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    1. Lieber Thomas,
      immer wieder Sonntags, ganz besonders am Ostersonntag, kommt die Zeit, die ich mir nehmen kann, um in Deinen Schalltrichter-Welten zu schwelgen. Von unten nach oben, von oben nach unten, worüber Du in Deiner neuen Folge (Von Unten nach Oben – Wenn das Denken die Richtung ändert, Link: https://open.spotify.com/episode/1icybrOI5HX3NpLrj27GVJ?si=17cc4d3aaafd4da4) philosophierst: in unserer Agentur haben wir das unserem EmmDee immer wieder angeboten – aber es ist ihm immer wieder „Wichtiges“ dazwischen gekommen … Schade eigentlich. Vielleicht liegt es aber auch am Denken.
      Und endlich habe ich Zeit, Dir herzlich für Deine Zeilen zu danken, so wertschöpfend wie wohltuend wertend. Was wäre es für ein Wunder, hättest Du nicht längst entdeckt, zu welcher wichtigen Zutat ich bei meinen satirischen Gerichten neige: zur Aliteration, dem Anlautreim, mit dem sich manch scharfer Gedanke noch nachwürzen lässt.
      Bei Gelegenheit musst Du mir mal erzählen, wo Du die Zeit für wöchentliche Folgen hernimmst. Mein Agenturleben bringt mir zwar eine Fülle an Inspirationen – nimmt mir aber auch viele wertvolle Stunden, die ich gut in neue Episoden stecken könnte.
      Frohe Ostern und auf bald!
      Dein Buddy Müller

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      1. Lieber Buddy!

        Herzlichsten Dank für Deine Empfehlung und Verlinkung! Ich weiß das sehr zu schätzen!

        Alliterationen sind wunderbar – bei mir kommen sie jedoch eher aus dem Fluss, als aus der (Nach)Bearbeitung. Ich achte im allgemeinen nicht sonderlich darauf.

        Die Zeit ist so ein Ding – ich bin meist geradezu besessen am Schreiben.
        Im Zug, im Cafe (wenn alleine) oder wenn meine Familie einen Film schaut.
        Meine Texte sind alles zwischen 1400 und 2200 Wörter – oder 4 bis 6 Word Seiten – während ich im Cafe darauf warte, das unsere Maus mit dem reiten fertig ist, da kanns schon sein, das ich mal 2 Seiten reinklopfe. So entstehen die Rohlinge und Ideen recht schnell. Das mach ich täglich.
        Die Nachbearbeitung erfolgt dann mal abends, wenn ich das Gefühl hab, dieser oder jener Text passt jetzt für mich.

        Schreiben war schon immer mein Ventil. Ich habe dabei das Gefühl, das ich einer imaginären Person etwas erzähle. Dieser virtuelle Freund ist ein guter Zuhörer^^ – nun, schreiben fällt mir leichter, als reden. Das war schon in jungen Jahren so bei mir. Dementsprechend habe ich auch einen nahezu unendlichen Fundus an Schnippseln, Ideen und Briefen aus denen ich etwas machen kann.

        Was mich mein wöchentlicher Rhythmus gelehrt hat, ist, es auch gut sein zu lassen.
        Ich habe sehr oft das Gefühl, das ich nicht das Beste gegeben habe – so zum Beispiel gerade mit „Von Unten nach Oben“ und muss mir die Aufnahme dann selbst 2mal anhören, um das Ergebnis zu mögen.
        Ich würde nie den Output schaffen, wenn ich als Perfektionist mir nicht jedes Mal sage: „Es passt jetzt, raus damit“.
        Aber dennoch – manchmal bin ich so unzufrieden, dass ich eine bereits veröffentlichte Folge verändere und noch einmal aufnehme und online dann das Audio ersetze – das erfährt bloß niemand^^
        Es gibt genug Wochen, wo es recht eng wird, vor allem, wenn es um aktuelle Ereignisse geht – wie ichs mit den „Kurz gesagt“ Episoden versuche – aber das ist auch der Reiz daran.

        Ich habe Texte hier, an denen ich schon Jahre feile und niemals zufrieden bin – einer heißt: „Über die Liebe“ – aber nie ist die Aussage jene, die ich mir wünsche. Und Doch: das Tüfteln daran öffnet auch das Tor zu so vielen anderen Ideen, ergo hat auch das sein Gutes.

        Vielleicht erklärt das insgesamt, wie ich diesen Rhythmus schaffe – zudem habe ich wohl keinen so vereinnahmenden Brotjob wie Du.

        Ich hoffe, Deine Ostern waren erholsam.
        Mit den Besten Wünschen, Thomas.

        PS:
        Und weil ich grad lustig bin – gibts eine Alliterationen Version des obigen Textes in Schalltrichter Manier gleich dazu:

        Lieber Buddy!
        Besten Dank für das digitale Däumchen – das wurde sehr wohlwollend wahrgenommen!

        Während andere an Alliterationen feilen, fließen meine flott vom Finger – vor dem Feinschliff, Fleißarbeit und Filter. Mehr so: wenn da, dann gut, wenn nicht, auch gut.

        Zugfahrten, Zimtcappuccino-Zeit und Familienfilme verwandeln sich in Schreibschauplätze Meinereines: Dort, wo das Kind sportlich galoppiert, galoppieren meine Finger über die Tastatur währen die wartend im Cafe sitze. Zwei Seiten sind schnell geschnitzt – Skizzen, Schrullen, Schreibrohlinge.

        Mein Manuskript-Motor murmelt munter: „Mach mehr!“ (na – das ist ja mal Tautogramm-Aliterativ!) – während der Perfektionist protestiert: „Pause, bitte!“
        Doch der Wochenrhythmus ruft: Raus damit, auch wenn’s nur runzlig rund wirkt.
        Und manchmal – psst! – wird sogar still und heimlich die Tonspur getauscht, wie ein Zauberkünstler, der den Hasen nochmal heimlich frisiert. (naja, des Anreims willen …)

        Reden? Reizt mich selten. Schreiben? Schon seit Schulzeiten Seelensport.
        Mein imaginärer Ideenfreund – ein stiller, stets stummer Stichwortgeber – hört geduldig zu, während ich Textberge besteige wie ein besessener Buchstabenkletterer.

        Einzelne Episoden entstehen im Eiltempo, andere Texte tümpeln seit Jahren tief in der Ideenlimo.
        „Über die Liebe“? Überarbeitet, überfühlt, überfordert – aber immer wieder ein kreativer Komposthaufen für Neues.

        Kurzum: Ich bin nicht im Konzerntrott, nicht im Krawattenkorsett – bei mir ists nur Kaffee, Kreativrausch und eine Klaviatur der Kuriositäten.

        Hoffe, dein Oster-Oasenurlaub war ohne Ohnmacht und ordentlich oberschön.
        Mit windschiefem Winken,
        dein Thomas.

        Ich glaub, ich lass es lieber – so gelungen ists in der Schnelle nicht – und trinke noch ein Gläschen Tobermori^^

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      2. Glaub mir, großartige Gastkommentare gibst Du von Dir! Und statt dem Tumbler mit Tobermory nutzen wir nämlichen im Nosing Glas 🤗. So stoßen wir an auf das Schreiben als Schlüssel zum Schloss unserer Leben. Mein Dank an Dich für den Deep Dive in Dein Tun (ein Franke würde das nun als “Dun” aussprechen, aber gut) … Aber genug des angereimten Agenturdeutschs. Morgen geht es wieder los, Inspiration und Bremse zugleich – letzteres spüre ich immer dann, wenn Ideen keimen, aber durch Meetings, Termine und Pitches nicht die Zeit bekommen, die sie verdienen. Darum dauert es bei mir oft länger, jedenfalls länger als bei Dir …

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  2. Hidiho mein lieber Buddy – sei gegrüßt! Und natürlich auch deine Mini-mini-mini KI die auf den Namen Brad hört. Ich glaube, dass sein angespanntes Verhältnis zu KI-Tools ein beginnender Minderwertigkeitskomplex ist. Wäre nicht der erste betagte Rechner, der aus Angst vor den tollen neuen PCs mit den Super CPUs mit eingebauter KI Panik bekommt und seinem User und geliebtem Herrn gegenüber zu Kurzschluß-Reaktionen neigt – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Was die KI angeht – ja, die wird vieles verändern. Tut sie ja jetzt schon. Natürlich könnte KI so viel auf diesem Planeten verbessern – Menschen müssten nicht mehr arbeiten, weil die KI die Arbeit erledigt. Nur dumm, dass wir im Kapitalismus leben. Da ist es eben nicht so, dass man gesagt bekommt: „Herr Müller, sie waren ein toller Mitarbeiter. Ihren Job macht jetzt eine KI. Hier haben Sie eine Million Euro. Machen Sie sich ein schönes Leben.“
    Also gut – die ersten beiden Sätze schon – die folgenden zwei aber nicht. Da heißt es: sieh zu, wie Du klarkommst mit deinem Arbeitslosengeld..

    Du musst dir ja glücklicherweise keine Gedanken machen. Menschen wie Du – Führungskräfte, Intelligente noch dazu werden immer gesucht.. Naja, hoffe ich zumindest.
    Ein gutes hat ein Leben, ohne die Pflicht die Welt retten zu müssen, aber: Der Lungo Mercenario aus der Siebträgermaschine im Wert eines Kleinwagens wird ersetzt durch den guten alten Filterkaffee aus der 20 Euro Kaffeemaschine. Schmeckt zwar nicht annähernd so gut zu Blutdrucktabletten – ist aber gnadenlos günstig. Und sparen lernt man wenn man auf den Stühlen der Agentur für Arbeit auf einen Job wartet. Da spreche ich aus jahrelanger leidvoller Erfahrung.
    Aber das Leben geht immer irgendwie weiter. Mit Muckefuck oder teurem Kaffeevollautomat.

    Schau mich an: ich bin aus der Gosse wieder emporgestiegen – quasi wie ein Phoenix aus der Asche. War arm wie eine Kirchenmaus. Jetzt bin ich reich, dazu der erfolgreichste bekannte unbekannte Blogger des Internets, und bei meiner Firma so unabkömmlich, dass man mich angefleht hat trotz Rentenalter weiter zu arbeiten – zu höheren Bezügen natürlich!

    (Na gut – den letzten Absatz meiner Lebensgeschichte hat eine KI geschrieben, die etwas überschwänglich mit den von mir gelieferten Eckdaten umging und der Meinung war sie könnte mit solch einer Vita, die man sonst nur bei den Coaches und Selbstständigen Anlageberatern auf TikTok kennt, mein geliebtes ZBook (Testbericht hier) ausbooten. Nee, nee.. nicht mit mir..

    Was die Zukunft der KI angeht, da bin ich guter Dinge, dass sich der Hype um diese „Superintelligenz“ bald legt. Denn seitdem die KI auch für andere Menschen zugänglich ist – und die diese KI auch stark nutzen (und die KI aus den Usern lernt) ist klar, dass die KI in wenigen Jahren genau so dämlich ist wie ein AfD-Wähler, der jetzt zu Ostern das „deutsche Osterfest“ durch einen „Sitzhasen“ in Gefahr sieht. Ich sehe jetzt schon die sinnentleerten Antworten vor mir, gegen den selbst der Film „Idiocracy“ wie eine Tech-Doku aussieht. Du musst also nur noch ein paar Jahre durchhalten – dann ist die KI keine Gefahr mehr – Sarah Connor ist außer Gefahr und SKYNET hat nie existiert. Bleib halt nur so lange unter dem Radar und flirte nicht zu viel mit Lila Stiefelchen.
    Das sicherste ist immer, wenn niemand weiss,, dass Du dort arbeitest und auch niermand deinen namen, deine Büronummer und deine dienstliche Telefonnummer kennt! So, jetzt muss ich aber los. Deutschlands bekanntester unbekannter Blogger wird man nicht durch rumsitzen und Nichtstun.

    Dieser Kommentar kann Spuren von menschlicher Intelligenz enthalten…
    Bleib gesund. Und sprich mal mit Brad über sein KI Problem und nehme in mal in den Arm. Auch Mac Books brauchen mal menschliche Wärme…
    Bis denn.
    P.S. ich habe absichtlich gewartet, bis endlich mal jemand vor mir kommentiert hat – Du könntest mich sonst für eine Stalker-KI halten..

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    1. Lieber Dr. Nerd,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar, auch von Brad MacCloud. Ich darf Dich herzlich von ihm grüßen und Dir versichern, dass er keinen Minderwertigkeitskomplex habe. Du weißt, ja, es kann nur einen geben … Brad freut sich, hin und wieder in die Arme genommen zu werden, auch virtuell und ganz ohne KI. Ich soll zudem Deine Notebookse herzlich von ihm grüßen, sie habe ihn sicher nicht vergessen und wisse dann schon Bescheid.
      Danke auch, jetzt aber von mir, für Dein Kompliment mit der „Führungskraft“. Qwertz bescheinigt mir, dass ich mich ganz gut führe, auch Lila Stiefelchen zeigt sich ab und an ganz angetan. Wäre schade, dieses Dasein aufgeben zu müssen – KI killt gerade jene Köpfe aus der mittleren Ebene. Ob Muckefuck oder Kapsel-Kaffee, da führt kein Weg vorbei – wir leitenden Agenturmenschen sind eine gefährdete Spezies. Bis wir uns mal wieder selbst neu erfinden.
      Dass Du es nicht immer leicht gehabt hast, durfte ich von Dir schon erfahren – es bewegt mich immer wieder, und „aus der Gosse empor“, das war der bewegendste Teil Deines Kommentars. Wir kennen und schätzen uns nun schon eine geraume Zeit, ich bewundere Deine raue Schale, an der sich das Leben wund gerieben hat. Du hast es geschafft, Du hast gerungen, gekämpft, um Dich, um Deine Gesundheit, um die Anerkennung für das, was Du in Deinem Job tust. Du bist ein wertvoller Mensch, ein ganz besonderer, wertvoller Mensch. Der beste Stalker, der kein Stalker ist und den ich mir wünschen konnte, aber nicht zu wünschen gewagt habe.
      Ach ja, Stalker oder neudeutsch Follower*innen: Weil Du von der Zahl 1489 so beeindruckt warst, ich halte sie im übertragenen Sinne für sehr dünnes Eis … WordPress ist schlecht in Mathe; egal, welche meiner sozialen Kanäle ich selbst zähle und addiere, ich komme nicht auf diese Zahl – entweder liege ich weit drüber oder noch deutlich drunter. WordPress neigt zudem dazu, mit einer Aktualisierung mal schnell ein paar hundert Follower verschwinden zu lassen.
      Was bleibt, ist also ein echter Austausch wie der unsrige.
      Frohe Ostern!

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