#folge50 #DemJubilar

Buddy Müller erfährt für sein langjähriges Wirken in der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands endlich eine Würdigung – durch seinen Boss. Der hält eine Lobrede. Und was für eine.

Buddy Müller am Notebook, von seinen Gedanken über eine neu Folge umkreist, von Selbstzweifeln getrieben.

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Die Eiche ist des Deutschen gesuchtestes Gewächs der Geselligkeit. Schon die alten Germanen schlürften im Schatten ausladender Kronen ihren Met; Haufen von Revolutionären schätzten die Stärke der Äste, wenn Adelige daran baumelten; Romantiker ritzten die Rinden mit den Namen ihrer Geliebten, denen sie unterm Wipfelrauschen beiwohnten.

Die deutsche Eiche, grüner Baldachin fürs Vereinigen und für Vereinigungen, schützender Ort des zusammen Kommens und Zusammenkommens – bis auf den heutigen Tag hatte sie nichts von ihrer Symbolkraft verloren.

„Von ihrer Form allerdings schon“, sagte mein treues Notebook Brad MacCloud vom Clan der MacClouds.

Pult und Puls

Neulich, zum Monthly Agency Stand-up, der Vollversammlung unserer Agentur, der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands, hatten unsere beiden Volontäre Lang und Länger ein Pult aus dem Keller hochgeschleppt, ein schweres, altehrwürdiges Eichenmöbel, für dessen Transport sie etwas länger als lang brauchten.

Der EmmDee trat – wie immer zu spät – an den Konferenzkatheder, in majestätischer Selbstsicherheit, während die beiden Volontäre sich rechts und links vom Rednerholz aufbauten und den EmmDee in jugendlichem Kontrast flankierten.

Wir Mitarbeitenden ertrugen untertänigst die Verspätung. Standortübergreifend waren wir in gespannter Erwartung um Stehtische vereint und auf Monitoren zugeschaltet, wie man es von uns stets erwartete, wenn große und weniger große Strategien verkündet werden sollten.

Der EmmDee stieß mehrere DIN-A-4-Blätter – eine Demonstration seiner vollumfassenden Vorbereitung – in seinen Händen zusammen und sagte dann laut, klar und feierlich: „Männer der Stunde!“

Und schob sogleich nach: „Frauen der Stundinnen!“

Augen rollten, Blicke schweiften, von Fremdscham getrieben, vor Ort und im virtuellen Raum herum.

Der EmmDee begann unbeirrt: „Es ist mir eine große, sehr große, die größte Freude, heute einen unserer besten Mitarbeiter zu ehren, also, lobend zu erwähnen, einen der längsten und vielseitigsten, einen, der in schwierigsten Situationen ruhig Blut bewahrt und Kunden immer im Griff hat.“

Kurz pausierte der EmmDee, genoss sichtlich das Ansteigen der Spannung.

„Nein, nicht mich“, sagte er, obwohl er selbst es sicher auch verdient habe, natürlich, Chef würde man ja nicht umsonst. „Sondern dich: Buddy Müller.“

„Oh, oh. Spannend“, sagte Brad MacCloud, nur für mich hörbar, auf dem Stehtisch vor mir.

Alle Blicke richteten sich auf mich.

Auch jene Kolleginnen und Kollegen, die per Teams zugeschaltet waren, hörten schlagartig auf, ihre E-Mails abzuarbeiten.

Meine Gesichtsfarbe nahm die Tönung eines Sonnenuntergangs am Münchner Fönhimmel an.

Mir war sehr nach einem Sundowner.

„Soll ich einen Tisch reservieren?“, fragte mich Brad MacCloud. „Du siehst aus, als könntest Du einen Drink vertragen.“

Fünfzig im Kalender

Der EmmDee indes blickte mich an und sagte: „Ja. Du. Buddy Müller.“

Er könne es auch kaum glauben, aber Dr. No, seine prohibitiv veranlagte Assistentin, habe in seinem Kalender eine 50 eingetragen und meinen Namen dahinter gesetzt, weswegen er davon ausgehe, dass es einen Grund gäbe, warum er heute Abend einen Barolo öffnen könne.

„Der erste Schluck geht dann auf dein Wohl, Müller.“

Symbolisch griff er zum Wasserglas, nahm vor dem Mikro einen tiefen Schluck, der über alle Standorte hinweg echote.

„Lasst mich etwas ausholen, Kollegen“, sagte der EmmDee.

„Und Kolleginnen“, soufflierten Lang und Länger von links und rechts.

„Meinetwegen, Kollegen und Kolleginnen, ihr wisst, die Zahl 50 ist eine besondere Zahl, bestehend aus zwei Ziffern, einer fünf und einer Null, keine Anspielung, Müller, zu Dir komme ich gleich.“

Die 50 habe eine zigtausend Jahre lange Bedeutung, so der EmmDee. „Die Esoteriker unter euch, die mit dem Rosenquarz auf dem Flachbildschirm, die wissen, dass die 50 für Freude, Zufriedenheit und Erfüllung steht. Für alles, was der Job euch hier gibt.“

„Für Wohlstand steht die 50 jedenfalls nicht“, sagte Brad MacCloud.

In der Bibel, so der EmmDee weiter, symbolisiere die 50 Befreiung und einen Neuanfang. Bei den alten Chinesen werde sie oft mit Erfolg durch Intelligenz und Kommunikation assoziiert, womit er dann doch wieder zu mir, Buddy Müller, komme, zumindest was die Kommunikation betreffe.

Für Erfolg und Intelligenz sorge ja er, der EmmDee, gepaart mit reichlich Erfahrung, schließlich sei er ja nicht seit fünf, nicht seit 50, sondern seit gefühlten 500 Jahren im Agenturgeschäft mit den Inhalten. Historisch gesehen, hätten die die alten Fugger mit ihren Hausmitteilungen den Boden fürs Corporate Publishing bereitet, doch sein Verdienst, sein großer Verdienst, sei es, das großartige Content Business zu dem gemacht zu haben, was es heute hierzulande, europaweit, nein, weltweit darstelle.

„Das ist ein großes Business, ein sehr großes“, sagte der EmmDee. „Das größte Business überhaupt.“

„An wen erinnert er mich bloß?“, fragte ich gedämpft.

„An eine Orange?“, fragte Brad MacCloud zurück. „Hätte er sein Notebook dabei, könnte ich ihm die Haut abziehen!“

Ich bedankte mich leise für seinen Beistand.

Lang und Länger räusperten sich.

Doch sie meinten nicht mich. Der EmmDee warf ihnen einen scharfen Blick zu.

„Ich schweife wohl ab“, sagte er. „Dabei schadet euch ein bisschen Geschichte sicher nicht.“

Schüler, Muster, Übersetzer

„Bei dieser Erfahrung, meiner großen Erfahrung, da erkennt man, also, ich erkenne sofort, wenn jemand das Zeug zum Schüler hat“, kehrte der EmmDee, wohlwollend in meine Richtung nickend, wieder zum Kernthema zurück.

„Sogar das Zeug zum Musterschüler. Ich bin das Muster, er der Schüler. Das macht es ihm einfach, mir nachzuleben und nachzueifern, da könnt ihr euch alle mal ein Beispiel nehmen.“

Ich, Buddy Müller, sei nicht nur lernfähig, nein, auch innovativ, wobei ich meine Ideen immer ein paar Tage reifen ließe, damit ihre Ähnlichkeit mit seinen Ideen, seinen großen, großartigen Ideen, nicht sofort auffiele.

Aber das sei schon in Ordnung, sagte der EmmDee gönnerhaft, sogar vorteilhaft, denn so könne ich tagtäglich meine Teamorientierung unter Beweis stellen, und den Teams seine Visionen so übersetzen, dass selbst die kreativsten Chaoten in der Agentur sie verstünden.

Lila Stiefelchen und die Art Diktatorin lächelten sich zu, denn sie waren wohl nicht gemeint. Sogar Dr. No ließ sich zu einem zustimmenden Nicken hinreißen.

Das Mienenspiel meines Lieblings-Teamleads Qwertz und des Art Diktators ließ indes vermuten, dass beide im Geiste einen Mittelfinger formten.

„Und Chaotinnen“, raunten Lang und Länger.

„Und Chaotinnen!“, sagte der EmmDee laut.

Lila Stiefelchen und die Art Diktatorin blickten wütend in Richtung Rednerpult, Dr. No ließ ein scharfes „Nein!“ hören.

Auf den Gesichtern von Qwertz und dem Art Diktator zeigte sich ein zunehmend breites Grinsen.

Der EmmDee wedelte mit seinem Manuskript die Unterbrechung beiseite.

Er sei froh, in mir, Buddy Müller, dem Senior Project Supervisor, einen Übersetzer seiner Ideen zu wissen, einen treuen Team- wie kompetenten Kundenflüsterer. Und er freue sich immer, wenn er talentierte Kollegen und Kolleginnen lange, sehr lange, gefühlt für immer, auf der Position halten könne, auf der sie gerade waren.

Das hielte sie aufstiegsorientiert.

Die einzige Orientierung, die ich gerade suchte, war ein Weg nach draußen. Ich wollte irgendwo sein. Hauptsache weg, weit weg.

„Ich reserviere jetzt einen Tisch“, sagte Brad MacCloud.

Potenzial bei Fehlern

Ein Aufstieg, noch dazu hier, in seiner Agentur, schwadronierte der EmmDee, das sei den wenigsten außer ihm selbst vergönnt.

„Weißt Du, Müller, Fehler machen und sich irren, das ist allzu menschlich.“ Doch erst es anderen in die Schuhe zu schieben, das zeige echte Führungsqualität.

Der EmmDee blickte reihum: „Hier hat er noch enormes Potenzial, unser Buddy.“

„Das war ein Kompliment“, übersetzte mir Brad.

„Ist jetzt auch schon für den …“, sagte ich leise.

„Jetzt hör mir endlich mal zu“, unterbrach mich der EmmDee donnernd, „und hör auf, mit deiner dämlichen Kiste zu quatschen.“ Wofür ich ihm ohnehin noch nie Danke gesagt hätte, denn, wenn er mich nicht an die neueste Technik herangeführt hätte, würde ich heute noch Bleistifte spitzen.

Brads blaues Kameraauge wechselte in ein wütendes Rot. „Man trifft sich immer zweimal“, sagte er leise.

Gnade im Gehörgang

„Ich glaube“, sagte der EmmDee, „ich muss jetzt wohl mal langsam zum Schluss kommen …“

Lang und Länger nickten neben dem Pult, der eine lang, der andere länger.

„… nicht ohne Müllers große, größte, großartige Erfolge zu nennen“, fuhr der EmmDee fort.

Er habe lange in den Agenturannalen gekramt, bis er dann doch keine gefunden habe. Im Unterschied zu seinen eigenen, diese Erfolge habe er schnell parat, auf die wolle er nur kurz verweisen, der Vorbildfunktion wegen, als Beispiel dafür, dass keine Situation ausweglos genug sei, um aufzugeben …

Ich zwang mich, an etwas wirklich Schönes zu denken, an etwas wirklich Wichtiges, etwa, sich einen „Crema Vendetta“ aus unserer Siebträgermaschine im Wert eines Kleinwagens zu zaubern, ihn im Kreise der Lieblingskollegen zu genießen, sich zum Sport oder auf ein Bier oder zu beidem zu verabreden, und das Agenturleben Agenturleben, Kunden Kunden und Chefs Chefs sein zu lassen.

So schön.

Worte erreichten mein Trommelfell nicht mehr, während mein Geist im Kaffeedunst schwelgte und meine Wangen wieder Agenturblässe annahmen.

Ich bekam kaum mit, wie der EmmDee tatsächlich zum Schluss kam.

Eine Stunde später.

Nicht ohne vorher noch einen Blick auf die große, sehr große, großartige Zukunft geworfen zu haben, die mir mit geringer Wahrscheinlichkeit noch bevorstünde – allein aufgrund meiner Bereitschaft, seine Visionen zu verstehen, umzusetzen und gleichzeitig als Puffer zwischen seiner Genialität und dem Widerstand der Mitarbeiter zu fungieren.

Lang und Länger setzten an: „Und Mimimi …“, doch der EmmDee gebot ihnen mit einer scharfen Geste zu schweigen.

Dann sagte er: „Ungläubiges Staunen bei Kunden, unbedingte Loyalität und unermüdlicher Einsatz – das ist alles, was ich mir von Dir wünsche, Müller!“

Tja. Nicht mehr heute, dachte ich mir.

Tisch und Tannine

Brad MacClouds Voraussicht war es zu verdanken, dass ein Tisch auf uns wartete, in der Kneipe ums Eck, in der wir schon viele gewonnene und noch viel mehr verlorene Pitches begossen hatten, immer der Länge nach, von dem einen Ende der Bar zum anderen.

Ich gab einen aus, nach Agenturschluss, klar. Qwertz, Lila Stiefelchen, Dr. No, Lang und Länger, alle kamen zur Nachbesprechung des eben Gehörten oder was auch immer auf der Spesenrechnung gut aussehen würde.

Den Art Diktator und die Art Diktatorin schalteten wir von ihrem Home-Office aus zu, sie hatten sich schon einen beschirmten Cocktail gemixt, während Brad MacCloud seine Kapazitäten nicht nur dem Kneipen-WLAN zur Verfügung stellte, sondern auch den ausreichend vorhandenen Notebooksen in den Aktentaschen an den Tischen um uns herum.

Nur, irgendwie hatte ich vergessen, den EmmDee einzuladen.

Schade, irgendwie.

Irgendwo saß er allein vor seiner Flasche Barolo. Einer großen Flasche. Einer sehr großen Flasche, sicher die großartigste, die jemals abgefüllt wurde.

Mit typischen Tanninen.

Aus einem Eichenfass.


Unter dem Pseudonym „Peter Panther“ veröffentlichte Kurt Tucholsky 1930 die „Ratschläge für einen schlechten Redner“.

Der satirische Schriftsteller hätte am EmmDee seine wahre Freude gehabt. Denn dieser befolgt Tucholskys Ratschläge nahezu Wort für Wort. Womit er unter Führungskräften und Politikern in guter Gesellschaft ist.

PS: Wie Buddy Müller vor 50 Folgen startete, liest die geneigte Leserin und der wohlmeinende Leser hier. Der Autor sagt besonderen Dank allen Freundinnen und Freunden der ersten Stunde für Treue, Austausch, Inspiration und Geduld mit ihm!


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Veröffentlicht von Buddy Müller

Senior Project Supervisor bei der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands.

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  1. Avatar von Thomas Speck
  2. Avatar von Herbert Bopp
  3. Avatar von Buddy Müller

8 Comments

  1. Herzlichen Glückwunsch zur 50., Buddy!Fünfzig Texte sind kein Zählerstand, das ist eine Wegstrecke. Und ich glaube, wer dich von Anfang an gelesen hat, merkt, dass du nicht einfach Folgen produzierst – du baust dir über Worte hinweg ein Zuhause, in das man immer wieder gern zurückkommt.

    Diese Episode ist dafür ein schönes Beispiel: Sie ist witzig, ja – aber nicht nur. Zwischen all dem Agenturwahnsinn liegt diese leise, sehr menschliche Wärme, dieses „Wir sitzen alle im selben Boot und bestellen noch eine Runde“. Man lacht über den EmmDee, aber man bleibt wegen Buddy.

    Brad ist dabei fast schon ein alter Bekannter geworden. So eine Figur erfindet man nicht, wenn man nur schreiben will – die erfindet man, wenn man Gesellschaft sucht. Und genau das macht deine Texte aus: Man liest sie nicht allein. Man hat das Gefühl, mit am Tisch zu sitzen.

    Fünfzig Folgen bedeuten auch: fünfzig Mal Vertrauen vom Publikum. Dass Leute wiederkommen. Dass sie Zeit investieren. Dass sie sagen: Ja, mit diesem Ton möchte ich den Tag verbringen. Das ist nichts Selbstverständliches.

    Ich freu mich ehrlich auf die nächsten fünfzig. Nicht wegen der Zahl – sondern weil ich weiß, dass sie wieder klug, böse, warm und sehr Buddy sein werden.Und weil du selbst den bogen zu Tucholsky schlägst: Man merkt bei dir: Satire ist nicht Zynismus.Sie ist Zuneigung mit geschärfter Feder.Und eines noch, bevor mir der Honig ausgeht: Du bist mir ein Vorbild.Allerbesten Gruß, Thomas

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    1. Lieber Thomas,

      herzlichen Dank – nach insgesamt acht Tassen Kaffee aus unserer Siebträgermaschine im Wert eines Kleinwagens sitze ich hier, endlich hellwach, wichtig, denn noch wartet Agenturarbeit, und lese Deinen Kommentar schon zum neunten Mal. Nicht, weil ich ihn nicht verstanden hätte, sondern weil dies so selten ist: dass jemand nicht nur liest, sondern dahinter schaut, hinter die Wand aus Wörtern. Und das selbst auch noch so verdammt schön in Worte packt.

      Diese Zeile über all die Episoden – „Man liest sie nicht allein. Man hat das Gefühl, mit am Tisch zu sitzen“ – die hat mich sehr erwischt. Genau das ist es, was ich will. Nicht Performance, nicht Reichweite, nicht kalkulierten Content – sondern dieser Stuhl, der immer frei ist. Für dich, für alle, die wiederkommen. Natürlich ist es ein Eames-Chair, stilecht.

      Dann dieser Satz: „Satire ist Zuneigung mit geschärfter Feder“ – ich klau mir das, Thomas, ich klau’s mir und häng’s über meinen Schreibtisch. Ich mach mich über mein Agenturleben lustig, über meinen Chef, meine Kolleg:innen, weil ich sie innig in mein Herz geschlossen habe. Sicher, die Folgen und das Lachen sind auch ein Ventil – weil Lachen manchmal das Einzige ist, was uns vor dem Wahnsinn rettet.

      Fünfzig Folgen, fünfzig Mal hingesetzt, getippt, gezweifelt, gezeichnet, veröffentlicht. Lachen geerntet, Vertrauen bekommen.

      Danke, Thomas. Für die Worte, fürs Bleiben, fürs Mitlesen. Auf die nächsten fünfzig! Mit Dir am Tisch, ach was, wir machen eine Tafelrunde in unserem War Room hier, mit Dir, Dr. Nerd, mit Thomas Michl und mit so vielen Getreuen hier!

      Dein Buddy
      PS für alle Leserinnen und Leser, die Thomas noch nicht gehört haben: Hier geht es zum Schalltrichter https://open.spotify.com/episode/3A6Fk7dTr4eukM4KjtCeRQ?si=696f82e99f36435a Nicht zu irgendeiner Folge, sondern zur hundertsten. Thomas weiß, was Jubiläen bedeuten. Was Durchhalten heißt. Er spricht mir aus dem Herzen.

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      1. Buddy,

        ich hab beim Lesen kurz überlegt, ob ich antworten oder einfach so tun soll, als wäre ich gerade „offline wegen Agenturproblemen“. Rührung ist so gar nicht meine Komfortzone – aber ich bleib sitzen.

        Dass du sagst, ich hätte „dahinter geschaut“, freut mich mehr, als ich elegant formulieren kann. Ich glaube, wir erkennen uns einfach gegenseitig im Schreiben. Wer selbst baut, sieht die Balken im Haus des anderen.

        Und ja – dieser freie Stuhl. Genau deswegen komme ich wieder. Nicht wegen Pointe oder Technik, sondern wegen dieser Einladung zwischen den Zeilen. Deine Texte fühlen sich nicht wie Content an. Sie fühlen sich wie Gesellschaft an. Das ist selten. Und das weißt du hoffentlich.

        Den Satz darfst du klauen, ach was, ich schenk ihn dir! Satire gehört allen, die sie ehrlich meinen. Wenn er über deinem Schreibtisch hängt, hängt ein kleines Stück Gespräch zwischen uns dort mit.

        Auf die nächsten fünfzig – und auf die Tafelrunde. Ich bring den Kaffee mit. Aber keinen aus einer Maschine im Wert eines Kleinwagens. Sonst müssen wir darüber auch noch eine Satire schreiben.

        Thomas

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  2. Diese Rede in der weltweit führendsten Content-Marketing-Agentur Deutschlands ist ein fulminantes Beispiel angewandter Ich-Rhetorik mit Barolo-Finish. Als Ehemann einer Art Art-Diktatorin weiß ich zu schätzen, wenn jemand den ganz normalen Agenturwahnsinn souverän zur Stand-up-Comedy adelt. Tucholsky hätte leise genickt und laut gelacht. „Frauen der Stundinnen!“ – vereinigt euch zur Gratulation!

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    1. Lieber Herbert,

      herzlichen Dank für Deine Worte! Brad MacCloud hat mir ein anerkennendes Zwinkern zugeworfen, nicht nur wegen des treffenden „Ich-Rhetorik mit Barolo-Finish“, das Deine Frau, die Art Diktatorin, sicher aus ihrer eigenen Laufbahn kennt.
      Dass Du als Top-Journalist und wirklicher Mann der Wort hier bei mir mitliest, ehrt mich besonders. Wer in dieser Branche (ich spanne den Bogen weit von Journalismus über Kommunikation bis hin zu Marketing mit Inhalten, nein, letzteres ist kein schwarzer Schimmel), wer also in dieser Branche überlebt, entwickelt zwangsläufig entweder einen Fluchtreflex oder zugespitzten Humor. Ich hab mich für Letzteres entschieden (und hin und wieder für einen Shiraz, denn der Barolo gehört dem EmmDee).

      Danke Dir für Deine Würdigung, Danke Dir für Deine Zeilen. Sie haben meinen Tag erheblich besser gemacht als das Briefing, das ich heute Morgen auf den Tisch bekam.

      Und grüß deine Art-Diktatorin herzlich von mir – sie wird ihre Artgenossen und -genossinnen in der einen oder anderen Episode schon ausgemacht haben 😎.

      Herzlich und auf bald
      Dein Buddy

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